Pressespiegel „Die Geschichte vom kleinen Onkel“ 

Die Rheinpfalz, 1. Oktober 2014 (Nicole Pusch)

Ein dicker Teppich auf dem Boden, ein paar Kissen, wenige Stühle am Rand für die Erwachsenen: die Zweibrücker Jugendbücherei war gut vorbereitet auf ihr jungen Besucher. Die Ansprüche, die solch ein junges Publikum stellt, hat Puppenspieler in Anke Scholz mit Bravour erfüllt. Mucksmäuschenstill war es im Raum, als die Theaterfrau die Kinder begrüßte und erst einmal das Bühnenbild mit Tüchern, Ästen und Requisiten zu einer kleinen Szene zusammenbaute. Unter den wachsamen Augen ihrer Zuschauer, zu denen auch ein paar Mütter, Väter und Großeltern gehörten, entstand das Lieblingsplätzchen des kleinen Onkels: die Treppenstufen vor einem sehr hohen Haus. Hier wohnt nämlich der kleine Onkel. Da gibt es eine bunte Haustür, ein Baum steht direkt beim Haus, weitere Bäume ein Stückchen weiter weg. Passend zur jeweiligen Jahreszeit veränderte die Puppenspielerin das Bühnenbild mit Details: es schneit, es wachsen Blümchen, der kleine Onkel muss sich mit einem Schirm vorm Regen schützen. Scholz‘ schlichte Puppen, die die Wesenszüge der Figuren tragen, halfen der Geschichte. So gab es z.B: einen kleinen Vogel, der mit seinem Gezwitscher die Geschichte einleitete und immer mal wieder vorbei flog. Es gab die bösen Menschen, eingehüllt in schwarzbraune Kleider und Hüte, die den kleinen Onkel verspotteten.  Und natürlich war auch der kleine Onkel dabei, in Orange gekleidet und sein Freund, der Hund.

Der Hund hatte es allen angetan: wann immer er ins Spiel kam, waren die Zuschauer begeistert von seinen akrobatischen Kunststücken und seinem lustigen Gekläffe. Hier zeigte sich die Fähigkeit der Puppenspielerin, jeder Figur durch Spiel, Stimme und Mimik einen unverwechselbaren Charakter zu geben. das Gespött der bösen Leute und das fröhliche Bellen des Hundes machten die Geschichte sehr lebendig. „Ich bin schon seit 40 Jahren nicht mehr umgefallen.“, sagte der kleine Onkel, als der Hund mit ihm tollte und abschleckte.

Anke Scholz braucht nach eigenen Angaben für das Einstudieren eines neuen Stückes ca. ein halbes Jahr. Sie schaffte es, ihrem Publikum kindgerecht zu zeigen, dass Freundschaft zu den wertvollsten Dingen im Leben gehört. Aus der Perspektive eines kleinen Mädchens, das im gleichen Hochhaus wohnt, erzählt sie gekonnt das Kinderbuch „Die Geschichte vom kleinen Onkel“ der schwedischen Autorin Barbro Lindgren nach. Zwar zweifelt der Onkel an der Freundschaft zu seinem Hund, denn der spielt auch mit dem Mädchen aus dem Hochhaus, das auf der Bühne die Story erzählt. Doch am Ende wird klar: echte Freunde sind füreinander da – so wie der Hund, der Onkel und das Mädchen. Dazu passte gut die Akkordeonmusik von Servais Haanen, die an den passenden Stellen mal fröhlich, mal nachdenklich erklang. Es ist nicht einfach, ein Publikum im Kindergartenalter 40 Minuten bei der Stange zu halten, doch das ist Anke Scholz hervorragend gelungen. Zu Recht wurde sie mit langem Applaus belohnt.

Pfälzischer Merkur, 30. September 2014 (fro)

Ein Geschichte um Freundschaft, Teilen können und andere wichtige Dinge im Leben. In einem sehr hohen Hochhaus wohnen viele Menschen, die einander nicht kennen, die im Grunde genommen sehr einsam sind. Auch ein kleines Mädchen ist darunter, das so gern einen Hund hätte, aber es bekommt keinen. Sie schaut aus dem hohen Haus aus dem Fenster und sieht auf der Straße einen Mann, der von oben ganz klein erschient, darum nennt sie ihn den kleinen Onkel. Auf ihn projiziert sie nun ihre Geschichte von dem Hund, den sie nicht haben darf. Der kleine Onkel ist sehr einsam, wünscht sich einen Freund. Ein Hund taucht auf, beide freunden sich an, beide sind glücklich. Im Frühjahr freundet sich der Hund mit dem Mädchen an, der kleine Onkel ist traurig und zieht sich zurück. Doch das Mädchen und der Hund nähern sich beide dem Onkel. Alle drei verstehen sich prima: Ende gut, alles gut.

Die „Geschichte vom kleinen Onkel“ wird hier in sich einfach wiederholenden Worten aufgeschrieben, denn sie wurde auch so einfach erzählt, weil auch Dreijährige sie verstehen sollen. Es geht also um Freundschaft, Teilen können und anderes Hehres mehr. Wenig Worte, viel Musik, tiefer Sinn und gutes Spiel. Die Geschichte gefällt den Kindern sehr, es  ist während der Aufführung mucksmäuschenstill im Raum. Anke Scholz von ArtisjokTheater macht ihre Sache als Erzählerin und Schauspielerin ausgezeichnet, feinsinnig, kindgerecht und begreifbar auch für die Kleinsten, aber derart, dass auch Erwachsene ihre Freude daran haben. Besser geht’s wirklich nicht. Die Kulisse klein, aber fein. Das Hochhaus besteht zum Beispiel aus einem großen Lochblech, ganz oben sind zwei Fenster beleuchtet. Fazit: Es war ein keines Kunstwerk, das in der Jugendbücherei aufgeführt wurde. Viel Wichtiges wurde vermittelt. Bitte mehr davon!

Die Rheinpfalz, 20. März 2014 (hima)

Äste als Bäume und Tücher als Landschaft waren die Grundausstattung des fantasievoll-kargen Bühnenbildes zum Auftakt, vor der Anke Scholz agierte und das Publikum mit auf die Reise in ihre Rollen-Kindheit nahm. In ihrem Zuhause in einem Hochhaus hat sich das kleine Mädchen sehnlichst, aber vergeblich, einen Hund gewünscht. Einen solchen besitzt der Mitbewohner „Kleiner Onkel“, ein Mann mit rundlichem Gesicht und Knollennase, der selbst stets freundlich zu allen ist, aber oft gehänselt und verspottet wird. Zu seinem Hund war er eher per Zufall gekommen. Denn, seiner Einsamkeit überdrüssig, hängt der kleine Onkel mehrere Aufrufe mit „Suche einen Freund“ an die Bäume (und verteilte einige auch im Publikum). Nach langem Warten läuft ihm ein kleiner quirliger, struppig-frecher Hund zu, ebenso anhänglich wie verschmust. Beide freunden sich an, der Onkel füttert das Tier mit Zuneigung, der Hund verteidigt seinen Menschenfreund mit lautem Gekläff und vertreibt alle Bösewichte. Überglücklich sind die beiden, die bevorzugt vor der Haustür auf einer Treppe sitzen und die man in humorvollen Szenen im Wechsel aller Jahreszeiten erlebt. Ob mit zwitschernden Vögeln und bunten Frühlingsfarben, dem satten Blattgrün und Früchten des Sommers, dem Herbst in seinen warmen erdigen Tönen oder im weißkalten Winter.

Dabei gelangen Anke Scholz vor allem die Hundelaute in allen Stimmungslagen derart gut, dass es einem Hund im Publikum mehrfach und vehement Richtung Bühne zog und damit für herzhafte Lacher sorgte.

Im Spiel gibt es eine entscheidende Wende, als sich das kleine Mädchen für den Hund des kleinen Onkels interessiert. Das verspielte Tier lässt sich von der kindlichen Freude anstecken, beide begeistern sich und tollen vergnügt miteinander. Der Onkel, der nun glaubt, nicht mehr zu genügen, wird traurig und geht in den Wald. Sieben Tage bleibt er verschwunden und die beiden vermissen ihn sehr. Als er schließlich zurück kommt ist die Freude bei allen groß. Von nun an teilen sie ihre Freundschaft und schätzen einander umso mehr.

In der behutsam und liebenswürdig erzählten Geschichte über Freundschaft und Anderssein, die märchenhaft mit „Es war einmal ein kleiner Onkel“ beginnt und zwischen Fantasie und und Realität changiert, wird nichts beschönigt oder ausgespart. Es ist ein zeitloses, kindgerecht dargebotenes Lehrstück des Teilens. Es nährt die Hoffnung, dass immer wieder kleine Wunder möglich sind und sich vieles zum Guten wenden kann, wenn man gewillt ist, Wege zu finden. Das zu vermitteln gelang Anke Scholz in der Premiere sehr eindrucksvoll und ausdrucksstark. Das Publikum quittierte ihre Leistung in der kurzweiligen Darbietung zurecht mit langem Beifall.