FILZ...
Am Anfang war das Schaf. Diesem Schaf wuchs ständig Wolle - immer mehr und mehr - bis es drohte, darin zu verschwinden. Dann wurde es geschoren. Und irgendwann geschlachtet. Neben dem Schäfer lag ein großer Berg Wolle: zerzaust, dreckig, weich und warm; tot, aber doch irgendwie lebendig.
In diesen scheinbaren Gegensätzen liegt für mich der Reiz, mit Wolle zu arbeiten, sie gezielt zu verfilzen und daraus Köpfe, Masken, Torsi, Hüte, Schuhe, Taschen, Schmuck und einfach nur Schönes herzustellen. In einem Wechselspiel vom sanftesten Reiben bis hin zum kraftvollen Walken und Schlagen der Stücke. Die am Ende des Filzprozesses vorwitzig herauslugenden einzelnen Härchen geben den Kunstwerken und Objekten einen einzigartigen Charakter und Charme.
Der Filz gibt, wie jeder andere Werkstoff auch, durch sein spezifisches Materialverhalten bestimmte Formen vor. Damit verbunden geht eine große Austrahlungskraft einher. Obwohl es nichts gibt, was man nicht (um)filzen kann, ergibt die Arbeit mit der Wolle klare, harmonisch fließende und minimalistische Linien, Formen und Übergänge. Ich experimentiere mit dem Einfilzen anderer Materialien, wie Stoffe, Seide, Fasern, Blätter, Fruchthüllen und Zweigen. Den fertigen Filz kann man vielfältig kombinieren, er ist weitgehend schmutzabweisend, strapazierfähig, wasserfest, schwer entzündbar und leicht. Nur eins behält er bei: bei Gebrauch kann er fusselen (Pilling). Wie das Schaf.
Seit Januar 2003 beschäftige ich mich intensiv mit Filz und dessen Möglichkeiten der Gestaltung, gebe und besuche Kurse (z.B. bei Istvan Vidak, Inge Bauer), nehme an Ausstellungen und Kunsthandwerkermärkten teil, habe Artikel in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht und mehrere Puppen und Austattungen für das Chaussée- und das ArtisjokTheater gefilzt.
Fuchsschafe in der Pfalz
Kurse
5.05.12 - Landau Filzkurs "Die dritte Dimension" (Anmeldung im Haus am Westbahnhof, Tel: 06341-86436)
Altes Handwerk - neu entdeckt
Mit Wolle, Seife, warmen Wasser, Kreativität, ein wenig Geduld und Kraft entstehen unter Anleitung warme weiche Filzsachen: nützlich, schmückend, wärmend - in jedem Falle individuelle Unikate. Zu Beginn erlernen alle die Grundtechniken des Nassfilzens (Kugel, Schnur, Fläche), danach filzt sich jeder das, was er gern möchte.
Dauer und Teilnehmerzahl:
Erwachsenenkurse: 7 Stunden an einem Tag mit Pause, maximal 10 Personen, Kinderkurse: 3 Stunden mit Pause, maximal 6 Kinder
 
Ausstellungen
2011: "Filz und mehr" Queichtalmuseum Offenbach/Queich
2008: "Einblicke - Filzobjekte" Haus am Westbahnhof Landau
2007: "Leuchten" Künstlerverein Goldener Stern Schweighofen
2006: "Kunst-Hand-Werk" Kunstverein Germersheim e.V.
   
Copyrigth und Fotos: Anke Scholz
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