Pressespiegel „Flora Primelwurz“

Rhein-Zeitung, 2. September 2011

Eine kindgerechte und zugleich lehrreiche gärtnerisch Hommage an den berühmten Diezer Pomologen Adrian Diehl samt seinem Kollegen Carl von Linné zauberte die quirlige Anke Scholz auf die provisorische Bühne im Garten des Hauses Eberhard. Mehr als 60 Kinder hatten den Weg zu „Flora Primelwurz“ gefunden und lauschten mit großer Aufmerksamkeit der lebhaften Auseinandersetzung diverser Pflanzen mit ihrer Gärtnerin Flora auf der kleinen illustren Bühne, die von Anke Scholz allein und temporeich in naturnahen Szenen belebt wurde. Einigen Erwachsenen schien das Stück mit den schnell wechselnden und zugleich fachlichen Dialogen fast zu überladen. Doch war es speziell für die Kinder bestimmt – und die saßen mucksmäuschenstill auf ihren Plätzen und verfolgten gespannt die Aktivitäten von Flora Primelwurz. und ihren Gesprächspartnern. So erfuhren die aufmerksamen jungen Theaterbesucher, dass es Nützlinge und auch Schädlinge im Garten gibt, die sich den Pflanzen nicht immer auf angenehme Weise nähern. Einen Giftschrank hatte Flora dabei, in dem sie Fingerhut, Maiglöckchen und Seidelbast vorsichtshalber wegsperrte. Doch auch ihre Lieblinge, der rote Mohn, der grüne Kaktus und die empfindsame Mimosa standen im Fokus ihrer Obhut. Nicht nur regelmäßiges Gießen, auch angepasste Pflege sollten die empfindlichen Pflanzen bekommen, meinten der Grüne Daumen, die kesse Wühlmaus und auch Professor Zwen. Der Versuch der Theaterinitiatoren, für die Kinder ein lehrreiches und zugleich spannendes Theaterstück nach Diez zu holen, ging auf: mit Anke Scholz, die in Hohnstein, der Stadt der bekannten Puppenspiele, geboren und seit 1994 als freie, professionelle Figurenspielerin tätig ist, gelang dem So-Theater-Team um Dr. Volker Schwamborn ein guter Griff. Zufriedene Mütter mit motivierten Kindern waren sichtlich beeindruckt, als Flora Primelwurz zum Abschied noch Samentütchen verteilte und „grüne“ Tipps gab.

Nassauische Neue Presse 2. September 2011

Sie ist ledig, nennt sich vielseitig und ist stets auf der Suche nach einem Platz für ihre vielen Pflanzen. Einen Nachmittag lang fand „Flora Primelwurz“ diesen Platz im Garten des Hauses Eberhard. Umgeben von erwartungsvollen Kindern stellte die Gärtnerin die „Rose als Blume der Liebe“ vor, kramte Kletterpflanze, Blumenuhr und stacheligen Kaktus hervor und nahm die aufmerksamen Zuhörer mit auf eine Reise durch die Botanik. Bundesgartenschau in Koblenz, Gartensommer in Diez – was gibt es Besseres, als im Garten Theater zu spielen und etwas über Blumen und Pflanzen zu erfahren. Und in der Tat, „Flora Primelwurz“ hatte alle Hände voll zu tun, um ihr Pflanzengewusel unter Kontrolle zu halten und die Kinder mit Informationen zu versorgen. Von der Gärtnerin (Anke Scholz) erfuhren sie im Zwiegespräch mit dem „Grünen Daumen“ und Gartenzwerg Zwen etwas über botanische Zaubersprüche, wie man die Sprache der Pflanzen versteht und welche Tiere im Garten anzutreffen sind. Mit einem Sammelsurium aus Nähkästchen, Vogelkäfig, Sonnenschirm, Gießkannen, Heckenschere und Korbtruhen war die Puppenspielerin mit einem abenteuerlichen Gefährt angereist. Und schnell sollte sich zwischen Maiglöckchen und Fliegenpilz herausstellen, dass Schönheit oft ungesund sein kann. „Gift – Gefahr – Tatütata!“, warnte Flora die Jungen und Mädchen vor dem Inhalt ihres „Giftschrankes“ stellte zugleich aber klar, das die in dem Käfig ausgestellten Giftpflanzen bei richtiger Anwendung durchaus auch nützlich sein können. „Es hängt immer von der Dosis ab.“ Nützlicher Schönling, schöner Nützling – kam der Schmetterling recht gut weg; hat es die Wühlmaus nur den Kindern zu verdanken, dass sie beim Treffen mit der Gärtnerin noch einmal mit dem Leben davon kam. Flora, mit Schutzhelm, Brille und Knollennase ausgestattet, hatte den Eindringling erwischt: die Wurzel war abgefressen und der Weinstock eingegangen. Für das weitere Zusammenleben wurden ganz im Sinne der Zuschauer strikte Verhaltensregeln vereinbart. 

Rheinpfalz 16. März 2010

Wie ein Pantoffel zur Blume wird. Die Puppenspielerin Anke Scholz überzeugte am Samstag durch originelle Konzeption, ideenreiche, lebendige Präsentation und abwechslungsreiche Illustration botanischer Thematik….Die ansprechende Aufführung beginnt mit der Einführung einer auktorialen Erzählerin, die sich als Flora Primelwurz, als Gärtnerin aus Leidenschaft vorstellt und zwar im besten Alter – aber, so der Wortlaut, jünger aussehend. Sie sucht mit ihrem zum botanischem Garten umgebauten Wagen ein lauschigens Plätzchen für ihre Pflanzen. Sie verteilt Gießwasser, spannt für die Schattenpflanze ein Schirmchen auf, hegt und pflegt sie rührend. Dabei werden die Blumennamen wörtlich übertragen für die angefertigten Blumen- und Pflanzentatrappen: Beispielsweise wird die Pantoffelblume als Pantoffel mit Blume vorgeführt. Symbolische und allegorische Aspekte verraten daher zunehmend die pädagogische Absicht der gekonnten und lebendigen Darstellung. Es handelt sich letztlich um eine Art gespielte, kindgerechte Pflanzenkunde mit Klassifikation nach Nutz- und Heilpflanzen, bedroht oder begünstigt durch die Symbiose mit einer Welt von Insekten. Dieses „Zusammenspiel“ von Fauna und Flora in ihrem gezeigten Minikosmos wird stringent dargestellt. Dabei wird der Kreislauf der Natur vermittelt (Vermehrung von Pflanzen durch Samen etwa), und Anke Scholz alias Flora Primelwurz bringt Pflanzen und Tiere in ihrer Interaktion miteinander zum Sprechen. Visuell ist dabei die liebevoll arrangierte, detaillierte Ausstattung von großer Hilfe, die sie als weiteren Pluspunkt in die Waagschale wirft. Ebenso ihr enormes schauspielerisches und komödiantisches Potenzial, das sie geschickt abruft. Das Textbuch von Jan Mixsa, auf das sie ihre Parabel des harmonischen Miteinanders von Fauna und Flora letztlich aufbaut, setzt Interesse, Vorbildung, Neugier, Wissensdurst und forschenden Tatendrang bei den Kindern voraus.

Schwetzinger Zeitung, 15. März 2010

Ausverkauftes Haus! In Floras Garten blüht die Phantasie. So ein Garten, der kann es ganz schön in sich haben. Bei Flora Primelwurz jedenfalls geht es wieder einmal kreuz und quer durch die Botanik,doch gottlob gehört sie zu den „Floristikerinnen“ allererster Güte. Sie hat eben diese besonderre Gabe, mit den Pflanzen sprechen zu können. Verrückt soll so etwas sein?- „Nö, eher einzigartig.“, ist sie sich gewiss und darum kommt in ihrem Pflanzenreich auch selten Langeweile auf. Quirlig agiert Puppenspielerin Anke Scholz, die gesamte Geschichte um diese Pflanzenliebhaberin der besonderen Art ist kindgerecht verpackt und hat Esprit. Deshalb lassen sich die jungen Zuschauer gern auf die Inszenierung ein und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Ihre pflanzlichen Schönheiten den Stängel-Rücken zu kratzen, genügend Zuckerwasser zu verteilen, wenn es zuweilen zieht, den Wind abhalten und selbstredend immer für ausreichend Sonneneinwirkung zu sorgen, das sind die Aufgaben, die eine resolute Gärtnerin einfach zu bewältigen hat. Und wenn eine Blüte Angst vor Falten haben sollte, hilft gutes Zureden allemal. „Flora, ist mein Rot schön?“ – „Ja, schön rot…“ Die Kinder (und nicht nur die) hatten ihren Spaß, und wenn Flora Primelwurz doch einmal alles zuviel wird, gibt es immer noch die Botanik-Bibel und natürlich den Grünen Daumen. Im offenen Spiel agiert Anke Scholz, erweckt ihre Helferchen zum Leben und liebevoll kreativ bis ins kleinste Detail präsentiert sich ihr Bühnenbild, in diesem Falle eine beinahe nicht mehr zu überblickende Ansammlung von Gerätschaften und Pflanzen. Es ist eben Floras Reich und da sollte auch die Schädlingsbekämpfung nicht zu kurz kommen. Wenn nur nicht andauernd die Schnecken wegrennen würden und wenn das Mäusegift gegen eine Packung guter Kekse ausgetauscht wird, überrascht der große Hunger von Frau Maus wenig. „An den Sonnenschirm denken, sonst geht doch die Rose kaputt!“ Auch zum Ende der Geschichte sind die Kinder mittendrin in Floras Fantasiewelt. Und wenn dann plötzlich ein neues Saatkorn aufzugehen scheint, bleibt nur noch die Frage zu lösen, welche Pflanzenart nun Floras Gartenwelt zusätzlich bereichern wird. Eine Musikpflanze? Eine Bonbon-Pflanze? – Egal, in jedem Falle wird sie gehegt und gepflegt…

Rheinpfalz,  6. März 2010

Stachelkerl und Schlingelkringel – Die Frau mit dem Grünen Daumen Anke Scholz führt Kinder in die Welt der Pflanzen ein. Was es alles für Pflanzen gibt! Von der anschmiegsamen Pantoffelblume bis zur aufmüpfigen Revoluzzie wachsen sie bei Flora Primelwurz: am Donnerstag erlebte eine begeisterte Schar kleiner Zuschauer im Haus Cartoir einen bunten Garten der besonderen Art mit dem ArtisjokTheater. Bühnendarstellerin Anke Scholz hat ihr neues Solostück (Text und Regie: Jan Mixsa) mit selbst gefertigten Figuren ausgestattet. Das Interessante dabei: die blumigen Lebewesen, vornehmlich aus Filz geformt, sind zu einem Teil den wirklichen Pflanzen nachgebildet, etwas der schöne Fingerhut und der ebenso giftige Seidelbast. Zum anderen aber entsprießen sie der lebhaft blühenden Phantasie der ausgebildeten Gärtner. Die Frau auf der Bühne „im besten Alter und jünger aussehend“ und der Mann an der Regie sind also vom Fach. Und das in doppelter Hinsicht, denn sie lässt ihr fundiertes Wissen von den Pflanzen kindgerecht mit bildhafter Bühnenarbeit zusammenwachsen. Besonders in den ersten Szenen kommen der Aufführung für Kinder ab 5 Jahre viele witzige Einfälle zugute. Wie sehr die Gärtnerin Flora Primelwurz, von Anke Scholz spielfreudig verkörpert, mit ihren geliebten Pflanzen verwachsen ist, zeigt sich, wenn sie ihnen Wasser gibt. In ihrem Hut, in der Innentasche des Arbeitskittels und auch aus den Schuhen grünt und gedeiht es. Anke Scholz betriebt mit ihren kleinen Zuschauern Pflanzenkunde auf besonders unterhaltsame Art. Und während die Gärtnerin geschäftig hin und her eilt, um den vielen Ansprüchen ihrer Gewächse gerecht zu werden, erklingen die seltsamsten Namen: Da rankt sich eine anhängliche Schlingelkringelkletterpflanze an Floras Bein empor, und die Justinie und Kevinie bilden wohl Gattungen der ganz neumodischen Art. Schauspielerisch agiert Anke Scholz lebendig, leichthändig und munter. Die Zwiegespräche, etwas mit dem originellem Grünen Daumen führt sie so geschickt vor, dass der Zuschauer kaum merkt, dass alle Worte aus ihrem Mund kommen…. Mitunter wuchern die Handlungen ein bisschen wild durcheinander. Dennoch: Die Kinder verfolgen gespannt, wie der stachlige Kaktus die allzu zickige Mohnblume in ihre Grenzen weist. Und wie ein ganz ungewöhnlicher Gartenzwerg namens Zwen, der sich sinnigerweise gegen Klischees wehrt, die überforderte Gärtnerin tröstet und wieder alles in die rechte Wuchsrichtung bringt. Unaufdringlich keimt eine kleine grüne Botschaft: Der rechte Gärtner pflegt, aber er kann auch mit Freude zuschauen, wenn sich unerwartete Blüten entfalten und überraschende Besucher im Gartenparadies einstellen. Mäuse zum Beispiel. Oder namenlose Phantasiegewächse, die seltsame, aber schöne Blüten treiben.